Dragon Ball Fusions im Switch4One-Test

Keine Hardware-Generation kommt ohne Dragon Ball-Spiele. Ob nun Xenoverse, Budokai oder auch Ultimate Battle 22; die Serie kann auf eine Videospiel-Historie zurückblicken, die mehr als 40 verschiedene Titel beinhaltet. Nicht übel! Der neueste Ableger, der auf den Beinamen „Fusions“ hört, bedient Nintendos 3D-Handheld und steht bei diesem Test im Fokus.

Beginnen wir mit der Geschichte des Titels, die losgelöst vom Kanon daherkommt. Die beiden Freunde Pinich und der eigene Charakter, ihres Zeichens Kampfsport-Enthusiasten, sind direkt zu Beginn im Besitz der sieben Dragon Balls, mit deren Magie man in der Lage ist, den Drachen Shenlong zu rufen, der die Macht besitzt, einen Wunsch zu erfüllen.

Das Team lässt sich bunt durchmischen, wenn auch nicht zu Beginn.

Kampf-verrückt wie die beiden sind, wünschen sie sich das ultimative Turnier herbei, welches den mächtigsten Krieger aller Zeiten hervorbringen soll. Gewünscht, getan: die beiden werden in ein Parallel-Universum gesaugt, in dem sich auch sämtliche Super-Krieger finden lassen, die es je gegeben hat. Die Regeln sehen jedoch vor, dass sich die beiden mit jeweils vier weiteren Kämpfern zusammenschließen, um so mit einem starken Team bis zur Spitze zu gelangen. (Die beiden trennen sich natürlich, um den Wettstreit zwischen ihnen ausmachen zu können.)

Die Fetzen der unterschiedlichsten Welten, wie etwa Namek oder Teile von Satan City, bilden hier ein Geflecht aus fliegenden Inseln, die jedoch mit Energiebarrieren voneinander getrennt wurden. Das Team um den eigenen Charakter, der wie zu erwarten selbst recht wortkarg ist, muss nun Energie aufnehmen, um sich nach und nach weiter nach vorn zu arbeiten.

Zwar baut sich die Geschichte noch ein wenig auf, dennoch ist sie primär ein Mittel zum Zweck, um diesen umfangreichen Roaster irgendwie zu rechtfertigen. Grund, um sämtliche Kämpfer sämtlicher Kapitel der Dragon Ball-Geschichte auftauchen zu lassen? Check! Grund, um auch unterschiedliche Zeitlinien miteinander verbinden zu können? Check!

Die amüsanten Dialoge und pointierte Nutzung der bekannten Charaktere macht aus Fusions‘ Geschichte dennoch einen durchaus erlebenswerten Abschnitt der Saga, den man nicht verpassen sollte.

Und auch das Gameplay bringt zwischen den vielen, reinen Brawlern mal wieder etwas taktischen Tiefgang mit sich, der erstaunlich gut funktioniert. So kämpft man mit bis zu fünf Charakteren gegen ebenso so große Teams in abgesteckten Arealen, mal kreisrund, mal rechteckig. Eine Leiste, über die sich Abbildungen aller Beteiligten bewegen, gibt Aufschluss darüber, wer als nächstes dran ist. Besonders schnelle Charakter haben hier den Vorteil, dass sie potenziell öfter an der Reihe sind.

Ist ein Team-Mitglied an der Reihe, gibt es diverse Optionen und Fähigkeiten, aus denen gewählt werden muss. Reiner Nahkampf, Ki-Angriff oder Spezialmoves bilden hier die Grundlage.

Recht früh im Spiel begegnet man sehr vielen bekannten Charakteren aus unterschiedlichen Zeiten.

Treffen zwei Charakter im Nahkampf aufeinander, entscheid ein oktogonaler Bereich, ob der Angriff erfolgreich verläuft oder zum Teil oder komplett abgeblockt werden kann. Der Verteidiger muss sich hierbei für einen drei Zellen beinhaltenden Bereich entscheiden und hoffen, dass der Angreifer, der lediglich an Zelle auswählen darf, in diesem Bereich angreifen möchte. Ein recht simples System, welches aber je nach Position der Charaktere in der Kampfzone zum entscheidenen Element werden kann. So können Team-Mitglieder sich gegenseitig unterstützen, wenn sie sich in der Nähe befinden und somit Gegner auch heftiger zurückdrängen.

Stößt man nämlich Gegner aus dem Ring, erleiden sie zusätzlichen Schaden. Gehen sie dabei K.O., kann man nach dem Kampf einen Spezialmove von dem jeweiligen Charakter erlernen oder speichern. Womit wir bei den Spezialfähigkeiten angelangt wären. Diese können ebenfalls Nahkampf-Attacken darstellen, wie etwa Son-Gokus Stabkombo, aber auch Fern-Angriffe beinhalten, so wie etwa Tao Baibais Dodonpa. Bei Spezialmoves aus der Ferne, aber auch bei gewöhnlichen Ki-Angriffen, ist erneut die Positionierung wichtig, da sich gegebenenfalls mehrere Gegner treffen lassen können, möglicherweise sogar umhergeschleudert werden und zusätzlichen Schaden anrichten. Gelegentlich können die Ki-Attacken zudem gekontert und unter Umständen auch zurückgeworfen werden. Cool.

Zusätzlich zu den genannten Angriffen lassen sich zudem noch mächtige Zenkai-Attacken starten. Diese versetzen zwei Kämpfer in ein direktes Duell, welches nicht nur dabei hilft, möglichst schnell Ki anzusammeln, sondern auch den Schaden zu maximieren. Hierfür muss jedoch mindestens einer von zwei Zenkai-Balken gefüllt sein. Dies geschieht durch Angriffe, ob ausgeteilte oder eingesteckte. Der Kampf, ob Sieg oder Niederlage, gewährt Erfahrung und Energie, die Zugang zu neuen Fähigkeiten und Arealen ermöglicht.

Die rundenbasierte Komponente ist erstaunlich erfrischend und bietet im späteren Verlauf eine enorme Komplexität, die solides, taktisches Grundversteheb voraussetzt. In den ersten Spielstunden sucht man jedoch vergebens nach einer wirklichen Herausforderung und verbringt die meiste Zeit damit, sich an unterlegenen Gegnern müde zu prügeln. Hier könnte der Schwierigkeitsgrad gefühlt etwas zügiger anziehen. Sobald er dies tut, fetzen aber die Fliegen. Und andersrum.

Herausforderungen, wie etwa Durch-Ringe-Fliegen oder das simple Bekleiden seines eigenen Charakters sind zusätzliche Beschäftigungen, die in den Alltag eines ultimativen Kampfsportlers zwar nicht auf den ersten Blick hineinpassen, aber dennoch etwas Abwechslung bringen. Wer noch mehr Abwechslung möchte, kann sich im Mehrspieler-Modus umschauen. Hier kann man nicht nur gegen einen Freund kämpfen, sondern auch Kämpfer tauschen. Größere Funktionen oder komplexe Turniersysteme sucht man hier vergebens, dafür funktionier alles wie erwartet stabil und ohne großes Trara.

Das kann man von der optischen Qualität nicht behaupten. Effekte, Charaktermodelle, Animationen; alles läuft ohne größere Framerate-Einbrüche und sieht dabei – gemessen an der 3DS-Hardware-Power – durchaus annehmbar aus. Hinzu kommen die vielen neuen Fusionen, die man so noch nie gesehen hat. Technische Qualität ist eine Sache, visueller Anspruch und Kreativität eine andere, die hier definitiv groß geschrieben wurde. Dragon Ball ist ein Name mit vielen Jahren auf dem Buckel, dennoch sind hier durch die neuen Fusionen, die unter speziellen Umstände sogar zu fünft möglich sind, ganz neue Formen und Ideen zustande gekommen, die tatsächlich etwas noch nie dagewesenen hinzufügen. Klasse!

Auch der Sound, der zum einen mit den typisch optimistischen Klängen der Dragon Ball-Reihe und den japanischen Synchronsprechern daherkommt, kann durchaus überzeugen. Was Optik, Sound und Stabilität angeht, haben die Entwickler bei Ganbarion volle Arbeit geleistet.

Ein Dragon Ball-Spiel für unterwegs, welches bis zu fünf Charaktere fusionieren lässt und quasi alle großen Namen der Saga in sich vereint hält? Wie kann man das nicht mögen? Für mich definitiv eines der stärksten Dragon Ball-Spiele der letzten Jahre und hoffentlich nicht der letzte Ableger des „Fusions“-Franchises.

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  • Gameplay - 89


  • Sound - 83


  • Grafik - 86


  • Steuerung - 75


Kurzfassung

Dragon Ball Fusions bietet jede Menge taktische Action für Unterwegs! Für uns einer der stärksten Dragon Ball-Titel der letzten Jahre.

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