Divinity: Original Sin II Definitive Edition – Im Switch4One-Test

Mit Divinity: Original Sin II – Definitive Edition haben die Larian Studios einen hervorragenden Port ihres RPG-Krachers auf die Switch, so viel sei vorab gesagt. Die Geschichte spielt einige Zeit nach dem ersten Teil und dreht sich um dem Bischof Alexander, der alle Quellenmagier, so auch die Titelfigur, einsperren und zu willenlosen Hüllen machen will. Zu Beginn ist der Spieler auf einem Gefangenschiff auf dem Weg in Richtung Festung der Freude, einem Ort, der seinem Namen nicht ganz gerecht wird. In einer Welt, zerrieben an monströsen Gefahren der Magie und verdunkelt vom Zwielicht der Politik muss man sich auf eine epische Queste begeben, um den Tyrannen zu besiegen und Rivellon erneut zur Freiheit zu verhelfen. Die Geschichte ist umfangreich, episch und baut auf viele, teilweise sogar nebensächliche Handlungsstränge, die die Welt von Rivellon lebendig wirken lassen.

Divinity II sorgt vor allem durch sein angenehm komplexes Rollenspiel-System für viele spaßige Spielstunden. Zwar bietet der Titel auch vorgefertigte Charakter zur Auswahl, die dann sogar mit eigenen Hintergrund-Geschichten daherkommen, der wirkliche Umfang des Titels zeigt sich aber erst, wenn man sich einen eigenen Charakter erstellt. Hier hat man die Wahl zwischen unterschiedlichen Rassen, wie etwa Zwergen oder Menschen, und diversen Professionen, wie Schurken, Rittern und diversen magischen Ausrichtungen.

Die Auswahl ist enorm und bietet auch innerhalb einer Klasse noch viele Möglichkeiten, sich über charakterliche Eigenschaften oder Talente zu individualisieren. Aus reichem Hause, ein Straßendieb oder gar ein Kannibale? Der Charakter-Editor von Divinity: Original Sin II – Definitive Edition macht es möglich und bleibt dabei in keiner Situation hinter den anderen Versionen.

Das rundenbasierte Kampfsystem schließt sich dieser Komplexität an und bietet beispielsweise Physik-basierte Angriffe, die etwa Elemente aufeinander reagieren lassen. Pfützen unter Strom setzen, Gegner einfrieren oder Öllachen entfachen; es werden unzählige Kombinationen geboten, die durch eifriges Experimentieren herausgefunden werden können.

Aber so ein komplexes Rollenspiel, mit allen Raffinessen, klappt das auf der Switch? Der Port auf die Nintendo Switch kam ebenso unverhofft wie überraschend, ist der Titel doch vor allem durch seine PC- und High-End-Konsolen-würdige Performance, Optik und Ausmaße bekannt. Dennoch kann man durchaus sagen, dass sich der Port auf Nintendos Heim- und Handheld-Hybrid durchaus sehen lassen kann. Technisch sauber, wenn auch mit optischen Abstrichen, umgesetzt, kann der Titel mit einer an die Switch angepassten grafischen Präsentation aufwarten und bleibt dabei fast immer flüssig. Nur wenn hier und da mal viele Charaktere gleichzeitig an einem Kampf teilnehmen und dann auch noch zehn verschiedene Objekte gleichzeitig Feuer fangen, geht die Framerate manchmal in die Knie.

Und auch die Anpassung der Steuerung, im Vergleich zum PC, ist gelungen. Obwohl Original Sin 2 in der Tat mit vielfältigen Menüs und einer Reihe komplexer und oftmals verschachtelter Tastenbelegungen zu kämpfen hat, fühlen sich diese doch nach ein-, zweimaliger Nutzung fast schon organisch an. Der Port macht, wie auch schon auf den anderen Konsolen, sinnvollen Gebrauch von sämtlichen Buttons und Shortcuts, durch beispielsweise Drücken von Schultertasten in Kombination mit dem linken oder rechten Sticks, und nutzt dieses Schema auf der Switch ebenfalls. Insgesamt lässt sich also durchaus sagen, dass der Titel auch auf der Switch eine hervorragende Figur macht.


Und darüber hinaus lässt sich das Spiel in zweierlei Arten Online mit Freunden oder auch Fremden erleben. Zum einen gibt es die Arena, in der sich reine PvP-Schlachten abhalten lassen, und zum anderen können jederzeit – sofern aktiviert – genannte Spieler jederzeit dem eigenen Abenteuer anschließen. In unseren Tests liefen diese Sessions stets stabil und ohne technische Probleme ab.

Ein großer Vorteil ist zudem, dass Savegames, die mit der PC-Version des Spiels erstellt wurden, nahtlos auf die Switch übertragen werden können, um die gleiche Geschichte, beziehungsweise die gleichen Charaktere, fortzuführen. Und die Kompatibilität schreibt Larian mit dieser Version ohnehin groß, lassen sich doch über das Spiel-Menü Modifikationen aktivieren, die von der Community inspiriert, beziehungsweise vorangetrieben wurden. So kann man sich hier eine dauerhaft schnellere Laufgeschwindigkeit aktivieren, neue Rezepte erlernen oder beispielsweise das Talent „Tierfreund“ für alle Charaktere freischalten. Teilweise lassen sich diese Modifikationen auch wieder deaktivieren, einige davon sind jedoch von permanenter Natur.

Divinity: Original Sin II – Definitive Edition ist eine hervorragende Portierung des Titels, der sowohl auf dem TV, als auch im Handheld-Modus fantastisch aussieht, sich einwandfrei spielt und auch technisch zu überzeugen weiß. Was auch geschieht, ich empfehle hiermit jedem Switch-Nutzer, sich diese RPG-Perle nicht entgehen zu lassen. Das Spiel wird als eines der besten RPGs überhaupt gehandelt und spielt auf der Switch mindestens in den Top 3 mit.

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Divinity: Original Sin II Definitive Edition - Im Switch4One-Test
  • Gameplay - 100


  • Sound - 100


  • Grafik - 100


  • Steuerung - 90


Kurzfassung

Divinity: Original Sin II ist in der Definitive Edition besser als je zuvor und auch auf der Switch eines der besten Rollenspiele, die ihr je spielen werdet.

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