Victor Vran: Overkill Edition – Im Switch4one-Test

Die Stadt Zagoravia steht vor dem Zusammenbruch. Dämonen haben die wenigen verbliebenen Überlebenden in eine letzte Zuflucht auf dem Burgfried getrieben. Es ist ein Jahr her, seit Katrina, die Königin von Zagoravia, Mitglieder der Jägergilde um Hilfe gerufen hat, aber von denjenigen, die dem Aufruf befolgt sind, wurde nichts mehr gehört. Unter den Vermissten ist Adrian, ein enger Freund des Titel-Helden, Victor Vran. Nachdem er eine mysteriöse Nachricht über einen Raben von Adrian erhalten hat, geht Victor auf die Suche nach seinem Freund nach Zagoravia.

In ungefähr 10 Stunden wird eine wunderbar stimmgewaltige und mitreißende, wenn nicht ein bisschen klischeehafte Geschichte erzählt. Die zwei Stimmen, die man am meisten hören wird, sind perfekt besetzt und es ist eine Freude zuzuhören. Mit den deutschen Stimmen von Nickolas Cage (Victor selbst) und Sean Bean („Die Stimme“) interagieren hier zwei hochkarätige Synchronsprecher miteinander, die voll in ihrem Element aufgehen und der Atmosphäre ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken.

Aber nicht nur die begleitenden Stimmen sorgen für einen enormen Spannungsaufbau. Zwar ist die Geschichte kühl und knapp, jedoch ebenso melancholisch und tiefdunkel. Eine beschauliche, Hollywood-artige Monster-Novelle wartet auf diejenigen, die sich davon begeistern lassen.

Victor Vran ist und bleibt über die gesamte Spielzeit ein klassisches Hack’n’Slay durch und durch. Gespielt wird in abgeschlossenen Bereichen in der ganzen Stadt, von den Royal Gardens bis hin zu skelettgeplagten Krypten. Es gibt eine enorme Menge an unterschiedlichen Gegnern, die mit einer Vielzahl an Nahkampfwaffen, wie Sensen, Hämmern oder Schwertern, aber auch mit Fernkampfwaffen, wie beispielsweise üppigen Flinten. Manchmal geht es nur darum, von Punkt A nach B zu kommen, manchmal muss man einen speziellen Gegner oder Gegnermengen besiegen.

Victor Vran unterscheidet sich von anderen Hack’n’Slay Dungeon-Crawlern dadurch, dass es nicht erforderlich ist, sich einem gewissen Spielstil unterzuordnen. So gibt es keinen klassischen Skill-Tree, in dem man sich Fähigkeiten oder Attribute freischalten kann. Die Skills, die Victor im Laufe des Spiels verwenden kann, stellen sich als sehr viel flexibler heraus, da sie von der jeweiligen Waffe abhängen. Da Victor bis zu zwei Waffen gleichzeitig verwenden kann, bedeutet dies, dass Victor sechs Fähigkeiten gleichzeitig in der Quickslot-Leiste bereithalten kann. Diese reichen von explodierenden Elektro-Salven, über meteorhafte Hammerschläge, bis hin zu gewirbelten Sensen-Angriffen und werden im Grunde alle dafür genutzt, die großen Gegnermengen effizient und mit möglichst viel Wumms zu erledigen.

Darüber hinaus kann Victor eine Overdrive-Fähigkeit aktiv halten, die mit der Zeit und durch Aktionen aufgeladen wird. Ist diese voll aufgeladen, kann er sich beispielsweise einen magischen Schild herbeizaubern oder eine gleißende Sonnenexplosion in alle Richtungen abfeuern. Diese mächtigen Attacken lockern den ansonsten recht einheitlichen Kampf weiter auf. Toll!

Obwohl die 10-Stunden-Kampagne kurz erscheinen mag, kann eine Mischung aus Herausforderungen und zusätzlichen Inhalten für Stunden beschäftigen. In jedem Dungeon hat man eine einzigartige Reihe von Herausforderungen zu erfüllen. Eine Reihe von Mini-Bossen besiegen, versteckte Truhen finden oder das Level mit eingeschränkten Fähigkeiten abschließen; diese zusätzlichen Herausforderungen erweitern das Spielgefühl allgemein und lassen selbst die kürzeren Abschnitte einen zweiten Besuch wert sein.

Teil der Overkill Edition ist nicht nur das zusätzliche Kapitel, „Fractured Worlds“, in welchem man als Victor in einer anderen Dimension das Astrolabium zusammensetzen und gegen eine Vielzahl neuer Gegner kämpfen muss, sondern auch ein zweiter Modus, in dem man als Mitglied der Band Motörhead unterwegs ist. In Motörhead: Through the Ashes, begibt man sich auf den Pfad dieser „lautesten Band der Welt“ und kämpft in nach der Band nachempfundenen Szenarien und passenden Waffen und Kostümen gegen Dämonen und andere Bestien. Wunderbar lächerlich und „metallisch“ zugleich, kann man sogar mit einer Gitarre angreifen.

Auch technisch kann Victor Vran in der Overkill-Edition vollends überzeugen. Brachiale Effekte, schnelle Ladezeiten und nicht perfekte, aber zweckmäßig auf die Kamera zugeschnittene Modelle und dazu passende Animationen; Der Dämonenjäger macht auf allen Plattformen einen soliden Eindruck und kann diesen auf der Switch ebenfalls wahren. Lediglich der Wechsel zwischen Handheld- und TV-Modus lässt ein wenig Ernüchterung aufkommen, sieht Victor Vran auf dem kleinen Bildschirm der Switch doch wesentlich besser aus, als auf dem Fernsehbild.

Mit der Overkill Edition wurde nicht nur sämtlicher Content des Titels zusammengepackt, sondern auch spielerisch wurden einige Feinheiten verbessert und aufpoliert, um Van Helsings geistigen Nachfahren so souverän wie noch nie wirken zu lassen. Auf dem PC und auf PS4 habe ich den Titel bereits rauf und runter gespielt, jedoch hat das meine Freude an der Switch-Fassung des Spiels nicht im geringsten gemindert. Ich würde fast sogar so weit gehen zu behaupten, dass die Switch-Fassung bisher die stärkste Version ist. Unbedingt zuschlagen!

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Victor Vran: Overkill Edition
  • Gameplay - 89


  • Sound - 92


  • Grafik - 82


  • Steuerung - 96


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