Yo-Kai Watch 2: Geistige Geister – Im Switch4One-Test

Mit Yo-Kai Watch gelang Level 5 ein Hit, der zwar an das große Vorbild wirtschaftlich nicht heranreicht, aber dennoch viel mit Pokémon gemein hat. Mit Yo-Kai Watch 2 erschienen früher in diesem Jahr gleich zwei Titel, die ganz dem Pokémon-Vorbild nacheifernd nur wenige Unterschiede aufwiesen, aber dennoch miteinander kooperierten: Yo-Kai Watch 2: Knochige Gespenster und Kräftige Seelen. Vor kurzem erschien nun das Komplett-Paket, welches den passenden Namen Geistige Geister trägt.

Direkt zu Beginn müssen wir mit ansehen, wie drei Hexen die Yo-Kai Watch des Helden / der Heldin in der Nacht stehlen und sämtliche Erinnerungen an die Yo-Kai aus seinem/ihrem Gedächtnis löschen. Aber nicht nur das, auch Jibanyan und Whisper scheinen vergessen zu haben, welche Abenteuer die Protagonisten in Yo-Kai Watch 1 erlebt haben.

Nur Stück für Stück und nicht selten „zufällig“ (oder doch nicht?) ist es der Heldin/dem Helden möglich, die eigenen Erinnerungen zurückzuerlangen und auch alte Freunde neu kennen zu lernen. Wer oder was hat diesen Zauber gewirkt und warum? Dies gilt es herauszufinden, in einem erneut urkomischen und so gar nicht konventionellen Level 5-Spiel, welches den ständigen Vergleich mit Pokémon tatsächlich gar nicht verdient. Viel mehr ist die das Universum der Yo-Kai so originell inszeniert, dass wir (zumidest thematisch) diesen Vergleich nicht mehr ziehen möchten.

Spielerisch fallen aber im Großen und Ganzen schon einige Parallelen auf, die die beiden Spiele miteinander gemein haben. So bewegt man sich in Yo-Kai Watch ebenfalls in einer größeren, zumeist frei erkundbaren Spielwelt, die mit vielen einzigartigen Charakteren aufwartet, mit denen es zu interagieren gilt. Hier steht Yo-Kai Watch Pokémon oder auch Inazuma Eleven in nichts nach.

Um sich in der Welt zu behaupten, muss man sein Team stetig verbessern und vergrößern kann. Um dies zu bewerkstelligen, muss man mit der Yo-Kai Watch sich auf die Suche nach den schelmischen Geistern machen. Ist ein versteckter Yo-Kai in der Nähe – wie zum Beispiel in einem Müllhaufen oder an einem Gewässer – muss man diesen nur lange genug im Fokus behalten, um ihn zum Angriff zu bewegen. Ist das geschehen, landet man direkt im Kampf-Modus, welcher ebenfalls viel dem Vorbild gemein hat. Wer dann gewinnt, hat eine Chance, dass sich ein Yo-Kai anschließen möchte.

Gekämpft wird in einem rundenbasierten System, welches jedoch automatisch abläuft. Die eigenen Yo-Kai agieren demnach eigenständig und benötigen für ihre regulären Angriffe keine Ansagen. Für die ultimativen Attacken, die dann ihrem Element entsprechend entweder Schaden, negative Effekte oder gar Heilung für das eigene Team nach sich ziehen, muss jedoch zunächst Energie angesammelt werden und eine kleine Aufgabe mit dem Touchpen absolviert werden. Linien nachziehen, Blasen zerplatzen lassen, die Plattform schnell im Kreise drehen; sowas eben.

 

Außerdem müssen diese vom Spieler initiiert werden. Apropos Elemente. Da sich die Geisterchen in unterschiedliche Klassen, wie eben Heilkundige oder Kampferprobte Yo-Kai unterteilen lassen, wird der Kampf um eine zusätzliche kompetente erweitert. In der Mitte des unteren Bildschirma befinden sich nämlich bis zu sechs Yo-Kai, die dem Team zugeordnet werden können. Man kann dieses Rad im Kampf permanent drehen, was dazu führt, dass sich drei andere Yo-Kai im Kampf assistieren. Da auch nur ein Yo-Kai „weggedreht“ werden kann, eröffnen sich hier taktische Möglichkeiten. Wer mit der Zeit viele unterschiedliche Yo-Kai angesammelt hat, kann daher allein mit der Team-Aufstellung auf viele Eventualitäten vorbereitet sein. 

Die Komplexität des Spiels endet jedoch nicht mit dem Kampf. Viele unterschiedliche Untermenüs erlauben es einem, unzählige Stunden in der Spielwelt zu verbringen, so etwa in der eigenen Yo-Kai-Medaillen-Kollektion, die auch gleichzeitig Aufschluss darüber geben kann, wie viele Yo-Kai noch nicht gefunden wurden. Gelegentlich tauchen auch Informationen über potenzielle Fundorte noch unbekannter Yo-Kai auf.

Yo-Kai, das sind im Grunde Geisterwesen, die sich gerne an einer bestimmten Emotion eines Menschen festhalten und diese gegebenenfalls verstärken oder gar auslösen. Jemand hat einen unendlichen Appetit? Vielleicht  hat es sich ein Opa Gusto in der Nähe gemütlich gemacht. Putzfimmel? Möglicherweise treibt sich ein Schwammurai in der Wohnung herum. Und genau in diese Richtung bewegen sich auch die speziellen Aufgaben, die es zu absolvieren gilt, wenn ein besonderer Yo-Kai zum ersten Mal auftaucht. Die Begegnung sind dabei zumeist amüsant gehalten und halten stets interessante Informationen zu den Yo-Kai bereit, die von Whisper erläutert werden.

Aber was ist denn neu an Yo-Kai Watch 2, beziehungsweise der neuen Version „Geistige Geiste“?. Zum einen kann man sich nun mit 15 Geistern des Fiesa-Stammes anfreunden, die zuvor nur als Feinde in Aktion getreten waren, was bedeutet, dass die ohnehin schon vergrößerte Menge an Yo-Kai noch einmal wächst. Darüber hinaus verfügt die neueste Version über zwölf neue Missionen und neue Orte, sowie die Möglichkeit, sich mit existierenden Spielständen der beiden ursprünglichen Versionen weitere Inhalte freizuschalten.

Wie anfänglich erwähnt, wird Yo-Kai zu unrecht so massiv mit Pokémon verglichen. Sicherlich, einerseits auch ein Kompliment, jedoch hat der Titel viele Besonderheiten zu bieten, die eine autarke Daseinsberechtigung mehr als rechtfertigen. Nicht zuletzt das clevere Yo-Kai-Design, welches menschliche Charakteristika so herrlich zutreffend in diese widernatürlichen Formen gießt, sorgt für eine ungemein starke Individualität der Spielwelt.

Womit wir bei der Optik des Titels angelangt werden. Die Welt und ihre Bewohner sind unglaublich bunt und vielfältig gestaltet und sind in einem hervorragenden, kontrastreichen Einklang. Optisch bewegen sie sich dabei auf einem Niveau mit dem neuesten Pokémon, Sonne und Mond, oder auch dem aktuellsten Inazuma Eleven.

Und auch was den auditiven Part angeht wird man nicht enttäuscht werden. Gute, deutsche Synchronsprecher, angenehme Hintergrundmusik und passende Musik während des Kampfes mischen sich hervorragend zusammen und bilden eine gute Kulisse, die auch den zweiten Teil der Geistersaga zu einem qualitativ hochwertigen Produkt macht.

Und so möchten wir zum Ende unseres Tests kommen. Wir wollen auch gar nicht mehr so viele Worte verlieren. Yo-Kai Watch 2: Geistige Geister steht seinen Vorgängern in nichts nach und überflügelt diese sogar. Wer nach einem umfangreichen und anspruchsvollen RPG auf dem 3DS sucht, der wird hier fündig werden!

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  • Gameplay - 98


  • Sound - 98


  • Grafik - 97


  • Steuerung - 95


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