Metroid: Samus Returns – Im Switch4One-Test

Die Mitbegründerin des Metroidvania-Genres ist zurück, um sich in einem neuen alten Abenteuer erneut gegen die fiesen Metroid zu stellen. Die Rede ist Samus Aran, die mit Metroid: Samus Returns ihr erstes waschechtes 3DS-Spiel zu verzeichnen hat. Was der Titel kann, erfahrt ihr im Test!

Bei Samus Returns handelt es sich um ein Remake des zweiten Teils. Daher sollte die Geschichte für Veteranen keine Neuheit darstellen, so muss Samus auf dem unfriedlichen Planeten SR388 nach den dort beheimateten Metroid suchen, um die parasitäre Lebensform ein für alle Mal zu vernichten. Die Anstrengungen ihres erstes Abenteuers zutrotz sind nämlich rund 40 voll entwickelte Exemplare hier zugange, die es zu befrieden gilt. Die Story ist einfach zu verstehen, nicht wirklich komplex und bietet auch weiterhin eigentlich keine besonderen Elemente, die weiterer Ausführung bedürfen würden.

Nicht so das Spielprinzip, welches grundlegend nicht verändert wurde. So muss Samus in 2D-Arealen umherwandern, um primär auf Geschicklichkeit basierende Rätsel zu lösen, feindselige Kreaturen besiegen und schlussendlich das gesamte Gebiet nach den namensgebenden Parasiten absuchen. Hierbei stellen sich ihr nicht selten Barrieren in den Weg, die es zunächst nicht zu überwinden gilt, beziehungsweise die nicht überwunden werden können.

Hier kommt das typische des „Metroidvania“-Genres zum tragen; Exploration und späteres Zurückkehren zu bereits erkundeten Gebieten. So kann Samus zusätzliche Waffensysteme oder Ausrüstungsgegenstände finden, die es ihr ermöglichen, verschlossene Türen zu öffnen oder ansonsten nicht erreichbare Abgründe zu erreichen.

So muss man beispielsweise für gewisse Energietüren den Arm ersetzenden Blaster aufladen; eine Fähigkeit, die man zunächst nicht beherrscht. Außerdem gibt es schlupfrige Winkel, die eine Person von Samus Körpergröße normalerweise nicht betreten könnte. Der Morphball hilft hier weiter und kann später auch dafür genutzt werden, kompliziertere Schächte freizulegen, sobald er zum Bomben legen genutzt werden kann.

Solch ein enger Tunnel ist zu weit oben und auch nicht mit durch die Bomben ausgelösten Sprünge des Morphballs zu erreichen? Kein Problem, da dank des Spiderballs auch vertikale Hindernisse keine Hürde mehr darstellen. Und so zieht sich diese Erfahrung durch den gesamten Titel und bedarf einer stets wachen Auffassungsgabe und der Fähigkeit, auch im späteren Verlauf des Spiels sich noch an frühere Gebiete erinnern zu können, in denen sich durch den Erhalt einer neuen Fähigkeit ein völlig neuer Weg eröffnet haben kann. Das Level Design agiert hierbei jederzeit als Tutorial, sodass Samus in der Regel stets in dem Raum, in dem sie die neue Fähigkeit erlangt hat, eingesperrt wird und nur die neue Ausrüstung ihr den Weg nach draußen offenlegen kann. Gut umgesetzt!

Hierfür gibt es aber, anders als noch im Original, eine sich stetig aktualisierende Karte. Die gesamte Spielwelt ist in quadratische Sektoren aufgeteilt, die es zunächst zu betreten gilt, damit dieser auf der Karte nicht mehr ausgeblendet wird, sodass es trotzdem nicht allzu leicht ist. Übergänge in andere Sektoren werden ebenso verzeichnet wie auch spezielle Objekte oder Barrieren. So kann man sich, insofern man ein Areal bereits rudimentär erkundet hat, stets daran zurück erinnern, wo denn der Speicherpunkt war oder von wo man in den nächsten, tiefer gelegenen Schacht gelangt. Teleportations-Statuen, Energie-Reservoirs oder auch größere Schalter-Mechanismen, die erst ab einer gewissen Menge an vernichteten Metroids den Weg in die Tiefen des Planeten freigeben; es gibt reichlich zu entdecken und die Karte ist hierbei eine echte Hilfe, vor allem mit der neuen Scan-Fähigkeit, die die Karte kurzzeitig mit mehr Informationen füllt und ein Highlighting über alle Objekte legt, mit sehen interagiert werden kann, wie zum Beispiel zerstörbare Blöcke, hinter denen sich neue Bereiche oder Ressourcen befinden können.

Die Kämpfe gegen die kleineren Gegner und die Metroids sind stets eine Kombination aus Schnelligkeit, dem richtigen Waffensystem und Analyse. Jeder Gegner hat seine Eigenarten und zum Teil auch Panzerungen, die es zu durchdringen gilt. Ob nun mit dem gewöhnlichen Blaster, dem Frostschuss oder dem Sekundär-Raketen; auch die Richtung und Seite des Gegners, welche attackiert wird, können ausschlaggebend sein. Manche Attacken, so zum Beispiel die aufgeladene Rammattacke der Metroids, kann auch nicht gekontert werden.

Kontern? Ja, denn Samus kann sich nicht nur durch schnelles abtauchen oder darüber hinwegspringen retten, sondern die meisten physischen Attacken auch kontern. Hierbei wird der getroffene Gegner für einen Moment bewegungsunfähig und direkt anvisiert. Einige schnelle Salven später ist das Problem in den meisten Fällen gelöst. Diese neue Fähigkeit kann unerfahrenen Spielern helfen, bedarf aber trotzdem genug Timing und Verständnis für das Verhalten der unterschiedlichen Gegnertypen, sodass es sich dennoch stets gut anfühlt, einem Gegner eins vor den Latz zu knallen.

Dies funktioniert auch nur, da Samus mittlerweile nicht auf spezifische Winkel limitiert ist, sondern nun in alle Richtungen zielen und feuern kann. Und generell haben es einige Neuerungen geschafft, die in der 1992er-Fassung noch nicht enthalten waren. Scanner und freies Zielen, wie bereits erwähnt, aber auch der Grapple Beam und Powerbomben sind mit an Bord. Alles in allem ist Metroid: Samus Returns auf spielerischer Ebene eine Kombination aus nostalgischer Eleganz und den heutigen Standards, die einfach nur hervorragend funktioniert.

Und auch optisch kann Samus‘ Rückkehr durchaus begeistern. Der 3D-Effekt funktioniert tadellos und setzt das Geschehen im Vordergrund sauber von den ansehnlichen Hintergründen ab, Samus‘ Modell ist detailreich und dank butterweicher Animationen stets gut in Szene gesetzt und darüber hinaus schmettern die brachialen Effekte nur so nieder. Hier wurde viel Arbeit investiert, um das klassische Metroid-Design der 90er-Jahre mit dem modernen Gerüst der Prime-Reihe zu vereinen. Sicherlich, Samus‘ Äußeres hat sich in den Jahren wenig verändert, aber es sind – wie immer bei Nintendo – die Details, die aus etwas gewöhnlichem etwas besonderes machen.

Und damit schließen wir den Test, in dem es nichts negatives, nur positives zu sagen gab. Metroid: Samus Returns ist die meisterliche Neuauflage eines meisterlichen Klassikers. Was soll da schon schiefgehen? Nichts. Einfach nur nichts. Wer sich diesen Titel entgehen lässt, ist selber schuld.

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  • Gameplay - 100


  • Sound - 100


  • Grafik - 100


  • Steuerung - 98


99
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