Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia im Switch4One Test

Knapp ein Jahr ist es her, dass Nintendo Fire Emblem Fates veröffentlicht hat, da erscheint schon ein weiterer Teil der Reihe. Hierbei ist Echoes jedoch kein neuer Titel, sondern ein Remake des 1992 nur in Japan erschienen Fire Emblem Gaiden.

Story

Verfeindete Götter haben diesen Kontinent in zwei Reiche aufgeteilt: Zofia und Rigel. Durch ein göttliches Übereinkommen blieb die Waffenruhe über Jahrhunderte erhalten. Doch diese Zeiten sind vorbei. Einmal mehr ist das Grollen des Krieges im Land zu hören …
Nur durch die Macht zweier Armeen kann der Frieden auf dem Kontinent Valentia wiederhergestellt werden.

So beginnt die Geschichte von Fire Emblem Echoes. Das Spiel selbst erlebt man aus der Sich von Alm und Celica. Beide leben zusammen im gleichen Dorf und werden voneinander getrennt als Truppen des Königreichs Rigel, durch das Land streichen und dabei Celica entdecken. Um nicht von den Truppen entführt zu werden, muss sie fliehen und wächst fortan versteckt in einem Tempel auf. Doch noch bevor Celica das Dort verlässt schwört Alm ihr, dass er sie finden wird…

Auf in die weite Welt!

Hat man den Prolog hinter sich gebracht geht sieht man zu ersten Mal die Weltkarte. Hier zieht man mit seinen Truppen (Zu Beginn lediglich mit dem Trupp von Alm, später dann auch mit dem Trupp von Celica) von Feld zu Feld und stürzt sich entweder in die Schlacht gegen andere Truppen, betritt Dungeons, Dörfer, Städte oder Schlösser. Hierbei bewegen sich natürlich auch die gegnerischen Einheiten von Feld zu Feld. Auch neue Gegenspieler betreten gelegentlich das Gesehen. Es will also gut überlegt sein wann man welche Route einschlägt, wenn man nicht in einen Hinterhalt geraten will. Auf der Weltkarte kann man übrigens jederzeit speichern, wovon man auch regen Gebrauch machen sollte. Abspeichern vor und nach jedem Kampf ist Pflicht, will man Frust vermeiden.

Die Schlacht wartet

Trifft man auf einen Gegner, wechselt das Spiel in den Kampfbildschirm. Der Kampf selbst ist, ganz Fire Emblem typisch, Runden-basiert und gleicht einem Schachspiel. Man zieht also Runde um Runde seine Einheiten, welche alle unterschiedliche Klassen und somit Attribute haben, und versucht so seinen Gegner auszuspielen und zu besiegen. Führt ihr einen Angriff aus, zoomt die Kamera an die Kämpfer heran und zeigt den Angriff in 3D.

Für ausgeführte Angriffe, besiegte Gegner und gewonnene Schlachten, erhalten die eigenen Recken dann auch Erfahrungspunkt und erreichen, haben sie genug Punkte gesammelt auch einen Stufenanstieg, durch welchen sie dann einige Bonuspunkte auf ihre Attribute erhalten – Kurios ist jedoch, dass man manchmal nur einen Bonuspunkt auf ein einzelnes Attribut erhält und der Charakter dies auch noch mit einem „lustigen“ Spruch quittiert. Dadurch fühlt sich ein Level Up manchmal leider nicht so belohnend an wie er sollte. Nach einigen Level Aufstiegen, erhalten die Kämpfer dann die Möglichkeit auf eine neue Klasse zu wechseln. Dies kann man jedoch nur an bestimmten Stellen im Spiel machen, den sogenannten Statuen der Mila. Hat man also die Nachricht erhalten, dass ein Kämpfer eine neue Klasse wählen kann, heißt es bei nächster Gelegenheit mal bei einer Statue der Mila Halt machen.

Statue der Mila

Hat man zu Beginn des Spiels übrigens den „klassischen“ Modus ausgewählt, erhält man Kämpfer die nach der Schlacht fallen nicht wieder zurück. Das bedeutet auch, dass der Kampf nicht sofort verloren ist, sollte man einmal einen unüberlegten Zug gemacht haben und somit einen Recken verlieren. Ausnahme bilden hierbei jedoch Alm und Celica. Stirbt einer der Beiden im Kampf, ist das Spiel vorbei.

Zeitreisen leicht gemacht

Um den Frustfaktor nach unüberlegten Zügen zu reduzieren, hat man die Möglichkeit das sogenannte „Zeitenrad“ zu verwenden mit dem man beliebig viele Züge wieder Rückgängig machen kann, jedoch nicht unbegrenzt oft. Einen kleinen Wehrmutstropfen hat das, an sich ganz nette Feature jedoch, auch hier gilt, sterben Alm oder Celica ist Schluss. Man hat also keine Chance danach das Zeitenrad zu verwenden um seinen Fehler zu korrigieren was besonders im späteren Verlauf des Spiels ärgerlich ist, da Kämpfe dort schon mal bis zu einer Stunde dauern können und es Gegner gibt, welche sich in die eigenen Reihen teleportieren und angreifen können ohne das man darauf reagieren könnte.

Dungeons, Items und Sequenzen

3D Ansicht während der Dungeon Passagen. Hier könnt ihr rumlaufen, Kisten oder Fässer zerschlagen und Schatztruhen finden und natürlich lauern hier auch Gegner auf euch.

Ab und an betritt man den ein oder anderen Dungeon im Spiel und kann diesen dann frei Erkunden. Hierfür wechselt das Spiel dann in eine richtige 3D Ansicht, was nicht nur für 3Ds Verhältnisse ganz gut aussieht, sondern auch komplett neu für die Fire Emblem Reihe ist. So schön das Dungeon erkunden jedoch ist, zieht sich die 3D Ansicht und das freie herumlaufen jedoch nicht durchs ganze Spiel. Betritt man beispielsweise ein Dorf oder Spezielle Gebiete wie Tempel oder Schlösser, kann man hier nur von Raum zu Raum wechseln und dort entweder mit Recken der eigenen Truppe oder anderen NPCs reden oder aber das Bild in typischer Wimmelbildspiel-Manier nach Gegenständen absuchen die man auf seiner Reise gebrauchen kann. Das ist auch, meiner Meinung nach, eines der größten Probleme des Spiels. Die ganzen unterschiedlichen „Möglichkeiten“ mit denen man durch das Spiel geführt wird, wirken alle teilweise arg zusammengewürfelt.Warum nicht auch die Dörfer und Städte frei erkunden

? Und das Absuchen des Bildschirms nach Gegenständen mit dem Fadenkreuz ist weder Unterhaltsam noch fordernd. Es ist irgendwie einfach nur da. Leider zieht sich dieses Problem auch durchs Storytelling, denn auch hier gibt es gleich mehrere Arten wie man die Story erlebt. Zum Einen wird die Geschichte immer mal wieder in

Na, wer sieht das Brot? Ja genau so sieht die Itemsuche im Spiel leider aus.

sehr schön gestalteten Anime Sequenzen erzählt. Diese sind dabei voll Vertont und mit sehr schöner Musik untermalt, so dass man sich jedes Mal wieder freut wenn man eine dieser schönen Sequenzen zu Gesicht bekommt. Einen Großteil der Geschichte, erzählt das Spiel jedoch mit reinen Textboxen, die immerhin in den meisten Fällen auch vertont sind, neben denen man die Portraits der Charaktere sieht. Doch, ihr ahnt es sicher schon, in Fire Emblem gibt es noch eine dritte Art wie euch die Story präsentiert wird, denn auch einige Sequenzen in 3D gibt es zu sehen die, ähnlich wie in den Passagen in denen ihr einen Dungeon frei erkunden könnt, durchaus recht gut aussehen, aber leider auch hier das Bild vermitteln als wussten die Entwickler nicht so ganz wie sie die Story denn nun präsentieren sollen.

 

Begrenztes Inventar und unpassende Dialoge

Ein weiteres Manko des Spiels ist die „Inventarverwaltung“. Die ist nämlich leider kaum vorhanden. So hat jeder Charakter im Spiel nur einen Inventarplatz den ihr nun entweder mit Nahrung zur Heilung, einer Waffe oder einem Schild füllen könnt. Man muss sich also entscheiden ob man auf Angriffskraft, Abwehr oder Heilung verzichten möchte. Besonders ärgerlich hier, trägt man eine Waffe oder einen Schild, lernt der Charakter neue Fähigkeiten – man entscheidet sich also recht schnell gegen eine Heilmöglichkeit und für Ausrüstung. Jedoch hätte es dem Spiel nicht geschadet, hier ein paar mehr Inventarslots pro Charakter anzubieten.

Ab und an kommt es schon mal vor, dass man im Kampf die Option erhält sich mit einem anderen Recken der eigenen Truppe zu unterhalten. Die Dialoge jedoch reichen hier von interessant über witzig bis hin zu komplett albern und sinnlos – schade nur, dass man hier einen wertvollen Aktionspunkt opfern muss um den Dialog auszulösen.

DLC

Nintendo hat es sich nicht nehmen lassen und dem Titel auch noch einige zusätzliche Inhalte nachzureichen. So kann man sich neben neuen Dungeons die man erkunden kann, auch neue Klassen und ganze Zusatzgeschichten herunterladen. Der Spaß hat jedoch seinen Preis – stolze 65€ kann man hier noch einmal lassen, wenn man alle Inhalte ohne Season Pass erwerben will (mit Season Pass sind es rund 45€)

 

Insgesamt ist Fire Emblem Echoes ein guter Teil der Reihe, der mit den neuen 3D Passagen durchaus einen Schritt in die richtige Richtung macht, an anderer Stelle jedoch sein Potential nicht komplett ausschöpft. Der Kern des Spiels, also die Kämpfe macht jedoch Spaß und in auf Fire Emblem typisch hohem Niveau. Wer also primär Wert auf die Kämpfe legt und sich nicht an dem Fehlenden Micro-Management des Kämpfer-Inventares stört, wird auch mit diesem Fire Emblem Teil sehr viel Spaß haben

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Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia
  • Gameplay - 80


  • Sound - 90


  • Grafik - 90


  • Steuerung - 90


Kurzfassung

Ein gutes Spiel für Rundenstrategie-Fans und solche die es werden wollen.

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